Darstellung exemplarisch aufbereiteter geowissenschaftlicher Punkte (Geotope), die im Rahmen der touristischen Erschließung des Geoparkes vermarktungsfähig sind

Die Entstehungsgeschichte des Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa wird maßgeblich geprägt durch die Elster-Kaltzeit. Zahlreiche bedeutende und typische Geotope entstanden während der Vereisungsperiode oder durch nacheiszeitliche Vorgänge. Die wichtigsten geologischen Zeugnisse gingen aus diesen Perioden hervor. Typische Merkmale und Geotope sind bspw.

  • die Neiße als Flußtal mit einem tiefen Einschnitt von bis zu 40m gegenüber dem Umland (der Stauchendmoräne) und ihren Mäandern
  • die sogenannten „Gieser“ – schmale Täler ohne Zu- und Abfluss über oberflächennah ausstreichenden Köhleflözen
  • die Jerischker Endmoräne mit Höhen von rund 20 m über der Umgebung aus der Saalekaltzeit
  • große, einzelne Geschiebe mit einem Gewicht von bis zu 100 t und einem Durchmesser bis zu 5 m
  • Blockpackungen mit erratischen Geschieben (Findlingen)
  • vegetationslose Mineralquellen (saure Quellen)
  • bis zu 15m hohe Erosionstäler in tertiären Lockersedimenten

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover 2006 die Stauchendmoräne des Muskauer Faltenbogens zu einem Nationalen Geotop erklärt hat.

Beschreibung von Geotopen + Fotos

Lockergesteins-Aufschlüsse sind typische Zeugen der Eiszeit. Dazu gehören Kies-, Sand- und Tongruben, aber auch Braunkohle- oder Alaunaufschlüsse. Gute Beispiele sind die Kiesgrube Reuthen (Brandenburg, G), und sogenannte Gieser, entstanden durch die Verwitterung der Braunkohle an der Erdoberfläche, zu finden bspw. in den in ursprünglicher Form erhalten gebliebenen Drachenbergen nahe Krauschwitz (Sachsen, G)  oder an der “Geologietour” nahe dem Felixsee (Brandenburg, G).

 

Von enormer Bedeutung sind die Quellen des Łuk Mużakowa. Die bekannteste, die sogenannte Große Babinaquelle, eine kalte Eisensulfatquelle, besitzt internationale Bedeutung. Als Bestandteil des geotouristischen Pfades „Alte Grube Babina“ (Łęknica, PL) kann sie das ganze Jahr über besichtigt werden.

 Quelltopf der Babinaquelle

Eine große Bandbreite an Geotopen findet man in den verschiedenen Landschaftsformen und geologisch wertvollen Einzelbildungen. Diese schließen eine beträchtliche Anzahl an Mooren, Söllen, Endmoränen verschiedener Stadien, und eine große Menge an Findlingen, geologisch jungen Flußlandschaften, Giesern und Dünen ein.

Eines der schönsten Beispiele für naturnahe Flüsse, vor allem in Deutschland, ist die Lausitzer Neiße. Als typischer Tieflandfluss verbindet sie den polnischen und den deutschen Geoparkteil. Das Tal der Neiße mit seinen zahlreichen Mäandern, Altarmen, Überschwemmungsberiechen und Flussterrassen lässt sich zu Fuß, per Rad oder mit dem Boot erkunden. Holozäne Dünenfelder bei Nochten (G) und Tuplice (PL) und die große Vielfalt al nordischen Geschieben sind typisch für das gesamte Geoparkgebiet. Empfehlenswert ist ein Besuch des Findlingsparkes in Nochten, in dem rund 7.000 Findlinge gesammelt und aufbereitet sind. Besonders schöne Beispiele für künstliche Geotope stellen die zahlreichen sauren Bergbaufolgegewässer dar (bspw. in der Alten Grube Babina bei Łęknica, PL) oder die Versunkenen Wälder in der Alten Grube Hermann bei Weißwasser/O.L. (Sachsen, G).

Neisse Fluss und Mander

Teufelsstein

Darüber hinaus besitzen auch die Moore im Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa eine außerordentliche naturräumliche Bedeutung. Das größte intakte Moor ist das “Reuthener Moor”. Es steht komplett unter Naturschutz. Die einzige Möglichkeit, dieses kennenzulernen, ist, sich einem zertifizierten Geoparkführer anzuschließen.

Reuthener Moor

Darstellung von Infozentren und Besucherpunkten

Die beste Möglichkeit, sich umfassend über den Geopark zu informieren, bieten die zahlreichen Infozentren. Das GeoErlebnis-Zentrum in Döbern (Brandenburg, G)ist zugleich Sitz der Geschäftsstelle und Anlaufzentrum für die Kinder-Ranger (GeoStrolche). In Ergänzung dazu bietet das Infozentrum in Jerischke, Teil eines Schullandheimes, Informationen zur belebten und unbelebten Natur.

 

UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa
Geschäftsstelle
Muskauer Straße 14
D-03159 Döbern
Fon +49 (0)35600 - 3687 12, -13, -14
Fax +49 (0)35600 - 3687 69
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Informationspavillon am Schullandheim
OT Jerischke Nr. 9, D-03159 Neiße/Malxetal
Fon/Fax +49 (0) 35600-6533
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Zwei Geoparkinfozentren im polnischen Teil sind in Łęknica zu finden. Am OKSíR, dem Kulturzentrum der Gemeinde, erwartet den Besucher eine beschilderte Ausstellung und eine dreidimensionale Übersichtskarte zum Faltenbogen. Ein weiterer Infopavillon befindet sich im Fürst-Pückler-Park.  

 

Geoparkbüro im Haus der Kultur, des Sportes und der Erholung
Stowarzyszenie Geopark Łuk Mużakowa
OKSIR – Ośrodek Kultury, Sportu i Rekreacji
ul. Wojska Polskiego 2
P-68-208 Łęknica
Fon +48 (0) 68 362 4135

 

Im sächsischen Teil erhalten die Gäste im Besucherzentrum der Waldeisenbahn Muskau in Weißwasser/O.L. umfassende Informationen zum Geopark.  

 

Besucherzentrum der Waldeisenbahn Muskau im Museumsbahnhof “Anlage Mitte”
Teichstraße 1
D-02943 Weißwasser/O.L.
Fon +49 (0) 35 76-20 74 72
www.waldeisenbahn.de

 

 GeoErlebnis Zentrum Dbern

Exemplarische Beschreibung Geopfade

Verteilt über das gesamte Geoparkgebiet existieren zahlreiche Rad- und Wanderwege. Folgende Pfade laden zum Besuch ein:

 

*Glastour (Fahrrad und Wandern): sammelt und erklärt die Geschichte der Glasindustrie auf 17 Informationstafeln (33km)
*Geologietour (Fahrrad und Wandern): informiert auf 13 Infotafeln über die eiszeitliche Entstehung der Region (23km)
*Altbergbautour (Fahrrad und Wandern): erzählt die Geschichte von mehr als 150 Jahren Braunkohlebergbau auf 34 Infotafeln (22km)
*Jerischker Endmoränen- und Neißetaltour (Fahrrad und Wandern): erklärt die Entstehung der Flußlandschaft und der Jerischker Endmoräne auf 10 Tafeln (23km)
*Alte Grube Babina path (Fahrrad und Wanderng): begeistert mit Quelltöpfen, Braunkohleaufschlüssen und buntfarbigen Seen, erklärt die Bergbaugeschcihte, die Geolgoie des Gebietes auf Tafeln in Polnisch und Deutsch
* Hermannsdorfer Radweg (Fahrrad und Wandern): erklärt die Landschaft nach dem Tagebau auf 8 Infotafeln
*Drachenberge (nur zum Wandern geeignet): erklärt die Eiszeit durch Erwanderung auf einem Naturpfad und eine interessante 3-D-Darstellung am Beginn der Tour
*Altkeula-Tour (Fahrrad und Wandern): zeigt die Geschichte der Eisenverhüttung in der Region
*Weißkeißel-Tour (Fahrrad und Wandern): erzählt die Geschichte der historischen Entwicklung der Region unter gesonderter Betrachtung der Rohstoffe des Faltenbogens und ihrer Nutzung
*Neißeradweg(Fahrrad)

 MF LM ver 17 10 2016 klein

Vorschläge für kindgerechte Exkursionsrouten

In den letzten Jahren entstand auf polnischer und deutscher Seite ein umfangreiches Programm mit Umweltbildungsangeboten für verschiedenen Alters- und Zielgruppen. Hauptanliegen ist es, Einheimische und Gäste für die Schönheit ihrer Heimat und die Belange der Natur zu sensibilisieren - und welche Rolle sie selbst in der Umwelt spielen.

Die folgenden Tourenvorschläge wurden eigens für Kinder erarbeitet:

Kinderwanderung rund um Felixsee

Kinderwanderung Alte Grube Babina

Kinderwanderung Grube Hermann

Kinderwanderung Altbergbautour