Geopark Ralsko ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die leitendes Organ des Nationalen Geoparks Ralsko ist.

Der Geopark Ralsko ist ein von seinem Wesen her sehr spezifischer Geopark. Sein Gebiet gehört zum größten Teil zum Territorium eines einzigen Ortes (es besteht aus allen Liegenschaften der Stadt Ralsko und Teilen der Liegenschaften der Städte Doksy und Hamr na Jezeře). Es befindet sich auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände Ralsko und hat eine Fläche von rund 294 km2.

GEOPARK RALSKO IN DATEN

  • 2013 – Gründung des leitenden Organs Geopark Ralsko o.p.s., Gewährung des Kandidatenstatus für den Geopark
  • 016 – Erhalt der Zertifikation für den Nationalen Geopark Ralsko und der Mitgliedschaft im Nationalen Rat der Geoparks der ČR

MOTTO DES GEOPARKS RALSKO

Das zentrale Motto des Geoparks Ralsko "Barrierefrei durch die Landschaft verschwundener Ortschaften, des Eisenerzes und des Sandsteins " drückt die wichtigsten natürlichen und kulturellen Phänomene des Gebiets aus. Barrierefreies Kennenlernen bedeutet den Zugang für Menschen aller Alters- und sozialen Gruppen und die Bewahrung dieses Gebiets für die breite Öffentlichkeit im Rahmen eines nachhaltigen Fremdenverkehrs. Das Relief des Gebiets animiert dazu, die Landschaft unter allen Blickwinkeln kennenzulernen, und dank seiner geringen Ansprüche an den Wanderer ist es auch für Besucher mit Einschränkungen der Motorik zugänglich.

UNSERE MISSION

Unsere Mission folgt aus der Charta der Nationalen Geoparks und aus den Prinzipien für nachhaltige Entwicklung. Die auf dem Schutz der natürlichen und kulturellen Werte beruhende ökologische Entwicklung der Region zu stärken. Die ökonomische Entwicklung der Region mit Hilfe des sanften Tourismus und einer positiven Präsentation zu stärken. Die soziale Entwicklung  der Region durch Wissen und Bildung zu stärken.

ZENTRALE PROGRAMMPUNKTE

  • Schutz der natürlichen und kulturellen Werte, Forschung und Monitoring
  • Interpretation des lokalen Erbes, Bildungsangebote und Aufklärung
  • Entwicklung eines sanften Tourismus (Geotourismus), Werbung für die Region
  • Kooperation bei der Entwicklung der Region

Der Geopark Ralsko

Barrierefrei  durch eine Landschaft erloschener Siedlungen, des Eisenerzes und des Sandsteins. Das vergessene Land inmitten Böhmens, der Geopark Ralsko, öffnet die Türen zu unerwarteten Begegnungen mit der modernen Geschichte, der fernen Vergangenheit der Erde und einer neuen Wildnis. Man muss nur eintreten.
Sehen Sie sich Interessantes zu dieser einzigartigen Landschaft an, wir haben Texte für Laien und für Fachleute vorbereitet. Alles ist in drei grundlegende Rundwege eingeteilt, so dass jeder nach seinen eigenen Interessen auswählen kann. Einige Stellen sind auch in der interaktiven Karte des Geoparks abgebildet.

EIN FENSTER INS INNERE DER ERDE

LANDSCHAFT AUS DEM MEER GEBOREN

Vor 90 Millionen Jahren, in der Kreidezeit des Mesozoikums, war das Gebiet des Geoparks von einem seichten Meer bedeckt. An dessen Grund setzten sich Quarzsand und Kies ab, woraus mit der Zeit durch den Druck der darüber befindlichen Schicht ein festes Gestein, der Sandstein, entstand. Nach dem Zurückweichen des Meeres begannen externe Kräfte (Wasser, Wind, Eis, lebende Organismen) auf die Sandsteinplatte einzuwirken, die daraus ein geradezu verworrenes Mosaik von Formen modellierten. Hier im Geopark haben sie Gelegenheit, die „bildhauerischen Werke“ der Natur zu sehen - Felstürme, Felsentore und an Sanduhren oder Bienenwaben erinnernde Felsgebilde.

EIN WELTUNIKAT - POLZENIT

Die vulkanische Aktivität im Mesozoikum und vor allem im Tertiär verlieh der Landschaft ein neues differenzierteres Gesicht. Der übermütig durch den Geopark mäandernde Fluss Ploučnice hat einem der ältesten Vulkangesteine der Böhmischen Kreidetafel , dem Polzenit, seinen Namen gegeben und sich damit in die Geschichte der Geologie der Welt eingeschrieben. Polzenit quoll unter dramatischen Umständen vor etwa 75 Millionen Jahren als heißes Magma aus den Tiefen der Erde, und weil es schnell zur Oberfläche aufstieg, blieb es ohne größere Beimengungen aus der Erdkruste. Wir erfahren deshalb viel über den Erdmantel. Danach erkaltete es und lag unter einer Schicht der hiesigen Sandsteine verborgen. Infolge der allmählichen Verwitterung und Abtragung des weicheren Sandsteins gelangten die Polzenitgänge an die Oberfläche. Der Geopark Ralsko ist somit ein Fenster ins Innere der Erde.

DAS GEHEIMNIS DES „EISENSTEINS“

An vielen Stellen des Geoparks wurden zu Ton mutierte Teile von Vulkangesteinsadern als Eisenerz gefördert. Der Abbau erfolgte vor allem im 17. und 18. Jahrhundert und bis heute kann man in der Landschaft Spuren davon als Tagebaurestlöcher (sog. Pingen) oder oberflächennahe Stollen (auf dem Děvín) finden. Aus dem geförderten Erz, das die deutschen Bergleute „Toneisenstein“ nannten, wurde dann in Hochöfen (sog. Hütten) Eisen gewonnen.

LANDSCHAFT ZWISCHEN DEN BURGEN

Die harten Vulkangesteine trotzen der Erosion wesentlich besser als weiche Ablagerungsgesteine (Sandstein). Daher bilden sie überhöhte Reliefformen – isolierte Kegel oder Rücken. Diese steilen und oft schwer zugänglichen Gipfel boten sich als geeigneter Platz für den Bau mittelalterlicher Burgen an (Ralsko, Děvín, Bezděz).

GEOLOGISCHE VORGÄNGE IM GEOPARK
WELCHE GESTEINSARTEN KÖNNEN SIE IM NATIONALEN GEOPARK RALSKO FINDEN?

Im Geopark Ralsko überwiegen Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum. Neben dem am häufigsten vorkommenden Quarzsandstein finden wir hier auch Eisensandstein und Kalksandstein (Eisenverbindungen bzw. Karbonate als Kitt). Durch diese weichen Sedimente schieben sich an vielen Stellen magmatische Gesteine (Basalt und Polzenit). Die sind erheblich härter und verursachen die Ausbildung überhöhter Reliefformen (Gipfel und Bergrücken). Gesteine aus dem Proterozoikum und Paläozoikum kommen auf dem Gelände des Geoparks Ralsko nur tief unter der Erde vor (200 m und mehr unter der Oberfläche).

UNSERE EPISODE BEGINNT AM MEERESGRUND

Vor 90 Millionen Jahren, in der Kreidezeit des Mesozoikums, war das Gebiet des Geoparks von einem seichten Meer bedeckt. An dessen Grund setzten sich Quarzsand und Kies ab, woraus mit der Zeit durch den Druck darüber befindlicher Schichten ein Sandstein genanntes festes Gestein mit einer Mächtigkeit von einigen hundert Metern entstand. Die Ablagerungen blieben hier nach dem Zurückweichen des Meeres als Teil der Böhmischen Kreidetafel erhalten.

VULKANISCHE VEGANGENHEIT

Am Ende des Mesozoikums und während des Tertiärs kam es an vielen Stellen als Folge tektonischen Drucks zum Aufbrechen der Sandsteinplatte. In die entstandenen Spalten drang heißes Magma aus den Tiefen der Erde ein und erkaltete zu Gesteinen (Polzenit, Basalt), die viel härter als Sandstein sind und der Erosion daher besser widerstehen. Deshalb bilden sie hier den Kern der meisten steilen Berge.

IN DER GEWALT DER ELEMENTE

Im Quartär bildete sich die heutige Bodenbedeckung aus. Auf die Sandsteinplatte wirkten äußere Kräfte (Wasser, Temperaturschwankungen, Frost, Aktivitäten von Organismen) ein, die daraus ein geradezu verworrenes Mosaik von Formen modellierten. Hier im Geopark haben sie Gelegenheit, die „bildhauerischen Werke“  der Natur zu sehen - Felstürme, Felsentore und an Sanduhren oder Bienenwaben erinnernde Felsgebilde.

RÜCKKEHR DER WILDNIS

Der heutige Charakter der Landschaft des Geoparks wurde stark durch die Nutzung des Truppenübungsgeländes Ralsko von 1950 bis 1991 geprägt. Infolge der Aussiedelung der Einwohner nach dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden militärischen Verwendung des Gebietes kam es zu einer Entvölkerung der Landschaft unter dem Ralsko und ihrer Verwandlung von einer ursprünglichen Agrarkulturlandschaft zu „neuer Wildnis“ - einer Insel der Wälder, der Stille und der Einsamkeit. Nach dem Abzug des Militärs begann die Sanierung der zerstörten Teile der Landschaft, das Räumen der Munition, der chemischen Stoffe und der nicht verwendbaren Gebäude. Die frühere Besiedelung kann indes nicht erneuert werden. Und so ist der Geopark Ralsko eine einzigartige grüne Insel mit wertvoller Natur.

HEIMAT VON RAUBTIEREN UND VÖGELN

Ein großer Teil des Geoparks ist angesichts der einzigartigen Kombination von trockenen Standplätzen auf Sandstein und einem bunten Mosaik von Feuchtgebiet-Biotopen ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Wichtig sind vor allem die ausgedehnten Systeme von Fischteichen, die ein Beleg für handwerkliches Geschick und das gemeinsame Wirken von Mensch und Natur sind.
In der „neuen Wildnis“ haben viele Vogelarten, aber auch wilde Raubtiere (Wölfe) ein Rückzugsgebiet gefunden. In einem der größten Wildgehege Mitteleuropas, dem Wildpark Židlov, findet ein Programm zur Rettung der Wisente statt.

ROMANTISCHE WILDNIS

Die zerklüftete und zugleich fotogene, scheinbar vergessene und doch bewohnte Landschaft unter dem Ralsko ist für den Menschen eine Quelle der Inspiration. Die „Wildnis“ der Sandsteinfelsen spielte eine bedeutende Rolle in den Werken der Romantiker, einer der bekanntesten Dichter jener „romantischen Wildnis“ war Karel Hynek Mácha.

FUßSPUREN DES 20. JAHRHUNDERTS

Der Geopark Ralsko ist ein Gebiet, wo man die FUSSSPUREN DES 20. JAHRHUNDERTS sehen kann, denn die wichtigsten dramatischen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts haben die hiesige Gegend auf prinzipielle Art geprägt – die Menschen wie auch die Landschaft. Das Territorium des Geoparks ist ein Beweis dafür, dass die Landschaft mit der Politik zusammenhängt und selbst ein Politikum, eine öffentliche Angelegenheit, ist.

LANDSCHAFT MIT WAFFEN

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebiet für militärische Übungen (Training der Luftwaffe auf den Flugplätzen Hradčany und Hvězdová). Nach der Aussiedelung der deutschen Bevölkerung nach dem Krieg wurde hier keine zusätzliche tschechische Bevölkerung dauerhaft angesiedelt. In den Jahren 1947 bis 1951 fand hier die schrittweise Einrichtung eines Truppenübungsgeländes für Land- und Luftstreitkräfte der tschechoslowakischen Armee statt. 1968 war ein weiterer Wendepunkt, als hier Einheiten der Sowjetarmee und sowjetische Kernwaffen stationiert wurden. Das Gebiet wurde noch stärker isoliert und es kam eine völlig neue Gruppe von Einwohnern hinzu.

AUSGELÖSCHTE SIEDLUNGEN

Das Militärsperrgebiet bestand bis 1991. In diesem Zeitraum verschwanden unwiederbringlich 17 Gemeinden mit ihren Kirchen und Friedhöfen, dafür entstanden Bauwerke, die militärischen Zwecken dienten. Das Territorium schottete sich von der Umwelt ab und die Geländeteile, die das Militär unberührt ließ, wurden im Handumdrehen von der Natur zurückerobert. Mit dem Fortgang der Bewohner verschwand auch der Landwirt, der sich um die Landschaft kümmerte, und das „Gedächtnis“ der Landschaft ging verloren. Heute müssen wir dieses Gedächtnis suchen und erneut daran anknüpfen.

URANBERGBAU

Die politisch-ökonomischen Interessen zur Zeit der sog. Normalisierung  (1968-1989) bedeuteten für das Gebiet Podralsko weitere zerstörerische Eingriffe, die das Antlitz der Landschaft wesentlich prägten und die Schicksale der hiesigen Menschen beeinflussten.  1967 wurde hier die Uranförderung aufgenommen. Der Uranbergbau brachte zwar einen ökonomischen Impuls für die hiesige Region, aber auch unglaubliche ökologische Altlasten.