Beschreibung der Geoparknetzwerke auf nationaler, europäischer und globaler Ebene

Darstellung der Entwicklungsgeschichte des Geoparkes und der Aufgaben, Ziele und Kernthemen eines UNESCO Global Geoparkes unter besonderer Berücksichtigung des transnationalen Ansatzes

120 Geoparke weltweit haben bereits den Titel eines UNESCO Global Geoparks erhalten. Aber was ist ein Geopark – und was macht ihn so interessant für Einwohner wie Gäste dieser Regionen?

 

Ein Geopark ist ein Gebiet, welches ein bedeutsames geologisches Erbe besitzt und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete territoriale Entwicklungsstrategie vorweisen kann. Es besitzt klar definierte Grenzen und eine angemessen große Fläche für eine nachhaltige territoriale wirtschaftliche Entwicklung.

 

Die Aufgabe der Geoparke besteht darin, eine bestimmte Anzahl von geologisch interessanten Stätten von besonderer Bedeutung bezogen auf ihren wissenschaftlichen Wert, ihre Seltenheit, ihre Schönheit oder ihren Bildungswert zu präsentieren. Zu diesem Zweck entwickeln, experimentieren oder verbessern Geoparke Methoden zur Bewahrung des geologischen Erbes.

 

Geoparke nehmen durch die Verbesserung des allgemeinen Ansehens der Region in Verbindung zu seinem geologischen Erbe und zur geotouristischen Entwicklung auch eine wichtige und aktive Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Gebietes ein. Geoparke beziehen dabei ausdrücklich auch die archäologischen, ökologischen, historischen oder kulturellen Faktoren der Region mit ein. Sie haben direkten Einfluss auf das Gebiet und seine Bewohner durch die Verbesserung der Lebens- und Umweltverhältnisse. Ziel ist es, die Bewohner zu befähigen, die Potenziale ihrer Region in Wert zu setzen und aktiv an der kulturellen Revitalisierung des Gebietes im Ganzen teilzuhaben.

 

Die ersten Überlegungen, wie die Potenziale der unbelebten Natur bewahrt und für die regionale Entwicklung in Wert gesetzt werden können, gipfelten in eine europäische Bewegung. Im Juni 2000 wurde das Europäische Geoparknetzwerk durch vier Geoparke gegründet:

  • Reserve Geologique de Haute-Provence – Frankreich
  • Natural History Museum of Lesvos Petrified Forest (Island of Lesvos) - Griechenland
  • Geopark Gerolstein/Vulkaneifel – Deutschland und
  • Maestrazgo Cultural Park – Spanien

Bereits im April 2001 unterzeichnete n Vertreter des Netzwerkes eine offizielle Übereinkunft zur Kooperation mit der UNESCO, welche das Netzwerk damit unter seine Schirmherrschaft nahm. 2004 kamen 17 europäische und acht chinesische Geoparke im Hauptquartier der UNESCO in Paris zusammen, um ein Globales Geoparknetzwerk ins Leben zu rufen. In diesem sollten die nationalen geologischen Welterbe-Initiativen aktiv teilhaben und vom gemeinsamen Austausch profitieren. Seitdem ist das globale Geoparknetzwerk unter Schirmherrschaft der UNESCO auf 120 Geoparke in 33 Ländern angewachsen.

 

Während der 38. Sitzung der UNESCO - Vollversammlung im November 2015 ratifizierten die 195 Mitgliedsstaaten der UNESCO die Schaffung eines neuen Labels: die UNESCO Global Geoparks. 

 

Daneben existieren nach wie vor das europäische oder nationale Netzwerke wie bspw. das tschechische, in dem der Geopark Ralsko seit Mai 2016 Mitglied ist, oder das deutsche Netzwerk. Zu diesem gehört der UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa.